Rechenschaftsbericht von OFF für das Jahr 2017

OFF hat derzeit 152 Mitglieder und 540 Personen und Institutionen im Verteiler. Das sind Kontakte, die sich durch Spenden und andere Hilfen für den Verein ergeben haben. Sie alle bekommen unsere Rundbriefe und Einladungen und werden mehrfach im Jahr über die Aktivitäten von OFF informiert.

Wir sind in im sozialen Geschehen Freiburgs eine feste Größe geworden und immer mehr gefragt – besonders da, wo sonst niemand zuständig ist.

So waren wir zu unterschiedlichen Versammlungen und Diskussionsveranstaltungen eingeladen, um zu informieren oder einfach präsent oder auch vernetzt zu sein.

Wir informierten über OFF bei: 

der Frauengemeinschaft der Münsterpfarrei

der Altkatholischen Frauengemeinschaft

der Bürgerstiftung Freiburg, die ihr Plenum in LeSac abhielt

bei Rotary in Breisach

bei Da Migra, eine Organisation, die sich um Migrantinnen kümmert und die uns in LeSac besuchten

Im Studienhaus Wiesneck bei einer Multiplikatorentagung von Abiturienten

Im Rahmen der „Provokationen“ – einer Veranstaltungsreihe der Heilig-Geist-Stiftung zum Thema: „Armut - nicht bei uns“!

Wir machten mit einem Info-Tisch mit bei dem Wochende: „Die offene Gesellschaft“, das der Soziologe Harald Welzer bundesweit ins Leben gerufen hat.

Am 08. März- dem Weltfrauentag – hatten wir auf dem Rathausplatz einen Info-Tisch.

Gleichzeitig kreierten wir dort eine schräge Hutaktion – gemeinsam mit Soroptimist International - unter dem Motto: „Mut zum Hut“. Das machen wir in diesem Jahr wieder.

Vernetzt sind wir in erster Linie mit FreiRaum, der Beratungsstelle für Frauen in Wohnungsnot.

Hier finanzieren wir nach wie vor eine Honorarstelle. FreiRaum prüft für uns die Bitten von Frauen, ob sie auch gerechtfertigt sind oder ob eine andere Stelle dafür zuständig ist.

Für ein weiteres Jahr finanzieren wir eine Honorarstelle bei Freiya, die Frauen hilft, aus der Zwangs-Prostitution auszusteigen. Durch die Flüchtlingsproblematik hat deren Inanspruchnahme sehr zugenommen.

Neu finanzieren wir für ein Jahr bei der Diakonie ein halbe Stelle einer Psychiatriepflegerin, die speziell psychisch kranke obdachlose Frauen beraten soll. Dieses Projekt ist als Anschubfinanzierung gedacht, in der Hoffnung, dass sich daraus ein dauerhaftes Angebot entwickeln kann. Frau Schmidt wird uns nachher über dieses neu geschaffene Pilotprojekt berichten.

Für die Beratungsstelle FreiRaum haben wir auch neue Stühle finanziert.

Wir finanzieren auch weiterhin das Kooperationsprojekt Frauenhorizonte/FreiRaum, das Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren haben, berät.

Wir finanzieren einmal im Jahr eine Notfallkasse

für das Frauen- und Mädchengesundheitszentrum,

für Frauenzimmer,

für Tritta

für Wildwasser

für Frauenhorizonte

für das feminstische Zentrum

Bei Wendepunkt haben wir das Schülerprojekt „Hau ab du Angst“ bezuschusst

Das sind Beratungsstellen, die von Frauen in unterschiedlichen Notlagen aufgesucht werden. Und diese kommen auch immer wieder mit Hilferufe auf uns zu, weil sie wissen, dass OFF schnell und unbürokratisch helfen kann.

 

Ebenso unterstützen wir Pink, das Projekt zur Unterstützung des Ausstiegs aus der Prostitution.

Bei der Aids-Hilfe finanzieren wir das Frauenfrühstück für HIV-betroffene Frauen und einen Kurs, in dem Migrantinnen nach Schwangerschaft und Geburt betreut werden.

Ebenso unterstützen wir die Femwerkstatt, die Führungen zu Orten von frühen Migrationsgeschichten von Frauen veranstaltet.

 

Das jährliche Grillfest der Freunde von der Straße wird von uns ebenfalls bezuschusst.

Dabei sind wir tief betroffen, dass Juditha Brauer, die Vorsitzende der Freunde von der Straße mit 69 Jahren verstorben ist.

Die Freiburger Hilfsgemeinschaft für psychisch kranke Menschen bekommt monatlich einen Zuschuss für den Mittagstisch. Damit kann der Preis stabil gehalten werden.

Bei der sozialen Straßenzeitung FreieBürger bezuschussen wir monatlich einen Arbeitsplatz für eine Frau.

Wir haben uns auch bei der Durchsetzung des Sozialtickets finanziell engagiert.

Ebenso für das Haus des Engagements – das aber bis jetzt leider keinen festen Ort fand.

 

Über OFF und seine Boutique LeSac wird informiert in

der Broschüre „Wenn das Geld nicht reicht“ ein Ratgeber für Frauen.

wir stehen im neuen „Frauen-Handbuch“

in den „Offenen Türen“ - Rat und Hilfen in Freiburg

in der Broschüre der Straßensozialarbeit „Preisgünstig bis kostenlos in Freiburg“

und wir haben eine recht informative Website, die laufend aktualisiert wird, dank unserer Beiratsfrau Caterina Mesina – da ist seit neuestem unter „Aktuelles“ ein kleines Filmchen über Boutique LeSac und unsere Arbeit zu sehen.

Wir sind Mitglied im „Kuratorium Wohnungslosenhilfe“ und nehmen an allen Sitzungen teil.

Der Flohmarkt im August war – bei strahlendem Wetter - wieder rundum ein Renner.

Nach einem Jahr Pause gibt es am 23. März wieder eine Modenschau!

Das Echo auf die Vielfalt unserer Aktivitäten ist, dass wir immer wieder hervorragend aus ganz unterschiedlichen Richtungen unterstützt werden:

Natürlich geht unser Dank an erster Stelle an Sie, die Sie mit Ihrem Hiersein die Belange von OFF unterstützen. Ihnen vielen Dank.

Die Renate-Merkle-Stiftung hat uns wieder mit 3.000.- € unterstützt.

Die katholische Gesamtkirchengemeinde hat uns auch wieder mit Geld aus dem „Opferstock“ bedacht.

Die Ria-Schneider-Stiftung arbeitet seit 2016 mit uns zusammen. Wir können dort jährlich kleinere Beträge abrufen, für ganz konkrete Notlagen von Frauen.

-       Nach wie vor unterstützen uns Soroptimist International und Kiwanis-Isis in unterschiedlichen Bereichen.

-       Kiwanis kommt auch für die Weihnachtsgeschenke und die Friseurkasse bei FreiRaum auf.

-       Mit dem Geld von Soroptimist finanzieren wir den Mittagstisch bei FreiRaum

-       Der Erlös des ersten Orgelkonzertes der neu renovierten Welte-Orgel in der Adelhauser Kirche ging an OFF

-       Ein Lebensmittelgeschäft in Littenweiler, die Fa. Blum, hat immer eine Spendenbox für uns neben der Kasse stehen

Das Zentrum Beruf und Gesundheit machte zu unseren Gunsten einen Bücherflohmarkt

Wir erhielten vom Freiburger SC im Rahmen seiner FAIR ways Förderpreisaktion 1.500.-€, die wir sofort in Regio-Jahreskarten umsetzten.

So können nun einige Beratungsstellen diese ihren Klientinnen gegen Pfand für einige Tage ausleihen.

Bei kleinem Einkommen sind Regiokarten – auch das Sozialticket – für viele immer noch unerschwinglich.

Immer wieder erleben wir, dass nette Mitmenschen bei privaten Festen auf Geschenke verzichten, und uns dafür Geldspenden zukommen lassen.

Jedenfalls wird uns immer ganz warm ums Herz, wenn wir erleben dürfen, aus wie viel unterschiedlichen Bereichen unsere Arbeit unterstützt wird.

Nach wie vor beantragen wir keinerlei Zuschüsse der öffentlichen Hand. Das gibt uns viel Freiheit und Unabhängigkeit.

Das zwingt uns aber zu unablässigem Klinkenputzen, Präsent-sein und möglichst jede Gelegenheit zu nutzen, um über unser Anliegen zu sprechen.

Mehr zu unseren sonstigen Einnahmen und Ausgaben wird Ihnen unsere Schatzmeisterin, Renate Ott, in ihrem Bericht mitteilen.

Das andere Echo auf unsere vielfältigen Aktivitäten ist, dass die Bitten um Hilfe deutlich zugenommen haben. Wir sind nach wie vor der sprichwörtliche Notnagel für alle Fälle geworden und stellen fest, dass die Armut – besonders bei älteren Frauen – zunimmt.

Wir haben zur Zeit 55 zinslose Kleinkredite vergeben, die in kleinen Raten abbezahlt werden. Dabei handelt es sich oft um Mietrückstände, Überschuldungen, Überbrückungszahlungen bis die Ämter reagieren. Oder Brillen-und Zahnarztrechnungen, Kautionen und Provisionen, damit eine Wohnung angemietet werden kann. Oder Fahrkarten, damit auch mal das Enkelkind besucht werden kann. Oder kaputte Waschmaschinen, Kosten für den Kammerjäger – da das Sofa vom Sperrmüll kam!

Ein neuer Schwerpunkt unserer Arbeit hat sich dadurch ergeben, dass immer wieder Wohnungen von Frauen total verwahrlost sind und sie dringend Hilfe bedürfen.

Darüber wird meine Kollegin Veronika Lehmann berichten.

An Öffnungstagen von Boutique LeSac erleben wir oft deprimierende Situationen, die uns sehr bedrücken. Wir sind auch schon mit Frauen spontan zu Norma gegangen, damit sie sich den Einkaufskorb füllen können, weil sie nichts mehr zu essen haben und wir bezahlen dann stillschweigend.

Auch unser Name: „Obdach Für Frauen“ weckt Hoffnungen, die wir so nicht erfüllen können – Frau Armbruster und ich bekommen fast täglich – auf unseren privaten Telefonanschlüssen flehentliche Anrufe, ob wir nicht eine Unterkunft hätten.

Unsere Aktivitäten in Sachen „Wohnraumbeschaffung“ sind vielfältig, aber nach wie vor deprimierend und fast erfolglos.

Freiburg hat ganz großen Nachholbedarf, was preiswerten Wohnraum angeht.

Dass sich die Lage durch die Flüchtlingsproblematik noch zuspitzt, muss gar nicht erwähnt werden.

Wie immer möchte ich auch wieder unseren „Kissennäherinnen“ danken – das sind Auftragsarbeiten für eine Stuhlfirma. Das ganze Team erwirtschaftet uns mit der Kissenproduktion fast die jährliche Kellermiete. Das ist eine große Hilfe für uns.

Wir sind sehr froh, einen Beirat zu haben. Alle Namen stehen auf der Rückseite der Beitrittserklärung.

 

Wir haben uns mit den Beiratsfrauen im zurückliegenden Jahr zweimal getroffen, und diese Sitzungen haben uns das Gefühl vermittelt, dass wir in schwierigen Situationen nicht alleine da stehen, dass wir auch neue Ideen und Anregungen bekommen.

Wir merken dies auch besonders in diesem Jahr bei der Planung unseres 20jährigen Jubiläums.

Darüber möchten wir mit Ihnen noch unter Verschiedenes sprechen.

Ich danke meinen Vorstandskolleginnen – wir sind ja jetzt zu fünft - ganz herzlich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit.

 

Ich konnte Ihnen mit diesem Bericht hoffentlich vermitteln, dass wir ein aktives Team sind.

Unser gemeinsames Motto heißt: Tu was, dann tut sich was.

Wir danken auch dem Förderverein Essenstreff für die erneute Gastfreundschaft.

                                                                                                   Renate Lepach, Vorsitzende

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