Rechenschaftsbericht von OFF für das Jahr 2018

OFF hat derzeit 165 Mitglieder und 570 Personen und Institutionen im Verteiler. Das sind Kontakte, die sich durch Spenden und andere Hilfen für den Verein ergeben haben. Sie alle bekommen unsere Rundbriefe und Einladungen und werden mehrfach im Jahr über die Aktivitäten von OFF informiert.

Mein Bericht fängt heute mit dem Großereignis des letzten Jahres an. Unser 20jähriges Jubiläum, das wir im Historischen Kaufhaus gefeiert haben, hat uns rundum Komplimente und Lob eingebracht. Es kamen mehr als 300 Gäste. Wir fühlten uns dadurch doch sehr wertgeschätzt und anerkannt.

Dass wir Cécile Verny gewinnen konnten und der Hildegard-Wohlgemuth-Preis an die Barber Angels ging, hat den Abend sehr belebt.

Es ist uns wichtig zu betonen, dass wir für die Veranstaltung keine Spendengelder verwenden mussten. Wir würden sehr großzügig von unterschiedlichen Firmen und Privatpersonen unterstützt. Dafür nochmals einen ganz großen Dank!

Über unser Jubiläum berichteten:
- die Badische Zeitung – der Wochenbericht - und der Sonntag und in der Caritaszeitung Sozialcourage kam ein großer Bericht über OFF.

Das zeigt, dass wir in im sozialen Geschehen Freiburgs eine feste Größe geworden und immer mehr gefragt sind – besonders da, wo sonst niemand zuständig ist.

So waren wir zu unterschiedlichen Versammlungen und Diskussionsveranstaltungen eingeladen, um zu informieren oder einfach präsent oder auch vernetzt zu sein.

Am 08. März- dem Weltfrauentag – hatten wir auf dem Rathausplatz einen Info-Tisch.
Gleichzeitig kreierten wir dort eine schräge Hutaktion – gemeinsam mit Soroptimist International - unter dem Motto: „Mut zum Hut“. Das haben wir in diesem Jahr wieder gemacht.

Die Modenschau in der Wodanhalle war wieder ein großer Renner.
In diesem Jahr gibt es keine – wir müssen uns erholen!!

Vernetzt sind wir in erster Linie mit FreiRaum, der Beratungsstelle für Frauen in Wohnungsnot.

Hier finanzieren wir nach wie vor eine Honorarstelle. FreiRaum prüft für uns die Bitten von Frauen, ob sie auch gerechtfertigt sind oder ob eine andere Stelle dafür zuständig ist.

Für ein weiteres Jahr finanzieren wir eine Honorarstelle bei Freiya, die Frauen hilft, aus der Zwangs-Prostitution auszusteigen. Durch die Flüchtlingsproblematik hat deren Inanspruchnahme sehr zugenommen.

Neu haben wir für ein Jahr bei der Diakonie ein halbe Stelle einer Psychiatriepflegerin, die speziell psychisch kranke obdachlose Frauen beraten soll, finanziert.
Dieses Projekt ist als Anschubfinanzierung gedacht, in der Hoffnung, dass sich daraus eine Dauerfinanzierung durch die Stadt Freiburg ergibt. Leider ist da noch alles offen??

Wir finanzieren auch weiterhin das Kooperationsprojekt Frauenhorizonte/FreiRaum, das Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren haben, berät.

Wir finanzieren einmal im Jahr eine Notfallkasse

für das Frauen- und Mädchengesundheitszentrum,
für Frauenzimmer,
für Tritta
für Wildwasser
für Frauenhorizonte
für das feministische Zentrum
für Haus und Halt, ein Mädchenprojekt
für das Frauenfrühstück für HIV-infizierte Frauen bei der Aids-Hilfe
für Beratung von schwangeren Migrantinnen bei Profamila

Bei Wendepunkt haben wir das Schülerprojekt „Hau ab du Angst“ bezuschusst

Das sind Beratungsstellen, die von Frauen in unterschiedlichen Notlagen aufgesucht werden. Und diese kommen auch immer wieder mit Hilferufe auf uns zu, weil sie wissen, dass OFF schnell und unbürokratisch helfen kann.

Ebenso unterstützen wir Pink, das Projekt zur Unterstützung des Ausstiegs aus der Prostitution.

Die Freiburger Hilfsgemeinschaft für psychisch kranke Menschen bekommt monatlich einen Zuschuss für den Mittagstisch. Damit kann der Preis stabil gehalten werden.

Die neue städtische Unterkunft für obdachlose Frauen an der Schlossbergnase konnten wir etwas wohnlicher gestalten, dank der großzügigen Weihnachtsspenden aus unterschiedlichen Kreisen.

Bei der sozialen Straßenzeitung FreieBürger bezuschussen wir monatlich einen Arbeitsplatz für eine Frau.

Neu haben wir bezuschusst, die Tanztherapie für Frauen nach Krebs.
Frau Mannheim ist hier und wird uns nachher kurz darüber berichten.

Über OFF und seine Boutique LeSac wird informiert in

der Broschüre „Wenn das Geld nicht reicht“ ein Ratgeber für Frauen.

wir stehen im neuen „Frauen-Handbuch“

in den „Offenen Türen“ - Rat und Hilfen in Freiburg

in der Broschüre der Straßensozialarbeit „Preisgünstig bis kostenlos in Freiburg“

dann kann man uns bei „LUST AUF GUT“ abrufen, eine Info-Broschüre für den etwas gehobenen Lebensstandard. Aber es ist eine Chance, auch Kreise zu informieren, die selbst kaum mit Not und Armut konfrontiert sind. In diesem Jahr will man uns dort eine ganze Info-Seite bereitstellen.

und wir haben eine recht informative Website, die laufend aktualisiert wird, dank unserer Beiratsfrau Caterina Messina – da ist auch unter „Aktuelles“ ein kleines Filmchen über Boutique LeSac und unsere Arbeit zu sehen.

Wir sind Mitglied im „Kuratorium Wohnungslosenhilfe“ und nehmen an allen Sitzungen teil.

Der Flohmarkt im August war – bei strahlendem Wetter - wieder rundum ein Renner.

Wir nahmen am Weihnachtsmarkt in der Rainhofscheune in Kirchzarten mit selbst genähten und gebastelten Sachen teil.

Das Echo auf die Vielfalt unserer Aktivitäten ist, dass wir immer wieder hervorragend aus ganz unterschiedlichen Richtungen unterstützt werden:

Natürlich geht unser Dank an erster Stelle an Sie, die Sie mit Ihrem Hiersein die Belange von OFF unterstützen. Ihnen vielen Dank.

Die Renate-Merkle-Stiftung hat uns wieder unterstützt.

Die katholische Gesamtkirchengemeinde hat uns auch wieder mit Geld aus dem „Opferstock“ bedacht.

Die Ria-Schneider-Stiftung arbeitet seit 2016 mit uns zusammen. Wir können dort jährlich kleinere Beträge abrufen, für ganz konkrete Notlagen von Frauen.

 Nach wie vor unterstützen uns Soroptimist International und Kiwanis-Isis in unterschiedlichen Bereichen.

 Kiwanis kommt auch für die Weihnachtsgeschenke und die Friseurkasse bei FreiRaum auf.

 Mit dem Geld von Soroptimist finanzieren wir den Mittagstisch bei FreiRaum und bei unserem Jubiläum durften wir noch eine noble Spende entgegen nehmen - DANKE

 In diesem Jahr werden wir dankenswerterweise von Inner wheel den Ertrag ihres „Rosenprojekts“ erhalten.

 Ein Lebensmittelgeschäft in Littenweiler, die Fa. Blum, hat immer eine Spendenbox für uns neben der Kasse stehen

Das Zentrum Beruf und Gesundheit machte zu unseren Gunsten einen Bücherflohmarkt

Aufgrund unseres Jubiläums wurde die Sick-Stiftung auf uns aufmerksam.

Auch badenova hat uns unterstützt. Jetzt können wir wieder Frauen Kredite geben, denen die badenova der Strom abstellt!!

Eine tolle Aktion war der GIVING Friday bei den dm Drogerie-Märkten.
Wir bekamen 2% des Tagesumsatzes.

 

Immer wieder erleben wir, dass nette Mitmenschen bei privaten Festen auf Geschenke verzichten, und uns dafür Geldspenden zukommen lassen.

Jedenfalls wird uns immer ganz warm ums Herz, wenn wir erleben dürfen, aus wie viel unterschiedlichen Bereichen unsere Arbeit unterstützt wird.

Nach wie vor beantragen wir keinerlei Zuschüsse der öffentlichen Hand. Das gibt uns viel Freiheit und Unabhängigkeit.
Das zwingt uns aber zu unablässigem Klinkenputzen, Präsent-sein und möglichst jede Gelegenheit zu nutzen, um über unser Anliegen zu sprechen.

Mehr zu unseren sonstigen Einnahmen und Ausgaben wird Ihnen unsere Schatzmeisterin, Renate Ott, in ihrem Bericht mitteilen.

Das andere Echo auf unsere vielfältigen Aktivitäten ist, dass die Bitten um Hilfe deutlich zugenommen haben. Wir sind nach wie vor der sprichwörtliche Notnagel für alle Fälle geworden und stellen fest, dass die Armut – besonders bei älteren Frauen – zunimmt.

Wir haben zur Zeit 75 zinslose Kleinkredite vergeben, die in kleinen Raten abbezahlt werden. Dabei handelt es sich oft um Mietrückstände, Überschuldungen, Überbrückungszahlungen bis die Ämter reagieren. Oder Brillen-und Zahnarztrechnungen, Kautionen und Provisionen, damit eine Wohnung angemietet werden kann. Oder Fahrkarten, damit auch mal das Enkelkind besucht werden kann. Oder kaputte Waschmaschinen, Kosten für den Kammerjäger – da das Sofa vom Sperrmüll kam usw.

Ein neuer Schwerpunkt unserer Arbeit hat sich dadurch ergeben, dass immer wieder Wohnungen von Frauen total verwahrlost sind und sie dringend Hilfe bedürfen.
Oder dass der Umzug von selbständigem Wohnen in eine betreute Einrichtung von vielen Frauen nicht selbst zu leisten ist – sowohl materiell als auch organisatorisch.
Darüber wird noch berichtet werden.

Auch unser Name: „Obdach Für Frauen“ weckt Hoffnungen, die wir so nicht erfüllen können – Frau Armbruster und ich bekommen fast täglich – auf unseren privaten Telefonanschlüssen flehentliche Anrufe, ob wir nicht eine Unterkunft hätten.

Unsere Aktivitäten in Sachen „Wohnraumbeschaffung“ sind vielfältig, aber nach wie vor deprimierend und fast erfolglos.

Freiburg hat ganz großen Nachholbedarf, was preiswerten Wohnraum angeht.
Deshalb sind wir auch froh über das Ergebnis der Dietenbach-Abstimmung.

Wie immer möchte ich auch wieder unseren „Kissennäherinnen“ danken – das sind Auftragsarbeiten für eine Stuhlfirma. Das ganze Team erwirtschaftet uns mit der Kissenproduktion fast die jährliche Kellermiete. Das ist eine große Hilfe für uns.

Wir sind sehr froh, einen Beirat zu haben. Alle Namen stehen auf der Rückseite der Beitrittserklärung.

Wir haben uns mit den Beiratsfrauen im zurückliegenden Jahr zweimal getroffen, und diese Sitzungen haben uns das Gefühl vermittelt, dass wir in schwierigen Situationen nicht alleine da stehen, dass wir auch neue Ideen und Anregungen bekommen.
Wir haben das auch bei der Vorbereitung zu unserem Jubiläum gemerkt.

Dabei möchten wir ganz besonders unserer Beiratsfrau Tatjana Schweigert danken. Sie hat uns für unser Jubiläum den Kontakt zu vielen Firmen verschafft, die uns dann großzügig mit Speis und Trank versorgten.

Ja, das ist nun mein letzter Rechenschaftsbericht. Dass ich 20 Jahre durchgehalten habe, liegt auch daran, dass wir immer ein harmonisches Vorstandsteam waren.
Wir haben es verstanden, uns gegenseitig zu respektieren, konstruktiv zu streiten, bei Ärger sofort Luft abzulassen und immer gemeinsam für unsere Sache einzustehen.

Dafür danke ich Euch von Herzen.

Wir danken auch dem Förderverein Essenstreff für die erneute Gastfreundschaft.

Renate Lepach, Vorsitzende

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