Rechenschaftsbericht von OFF für das Jahr 2016

OFF hat derzeit 145 Mitglieder und 520 Personen und Institutionen im Verteiler. Das sind Kontakte, die sich durch Spenden und andere Hilfen für den Verein ergeben haben. Sie alle bekommen unsere Rundbriefe und Einladungen und werden mehrfach im Jahr über die Aktivitäten von OFF informiert.

Wir sind in Freiburg im sozialen Geschehen eine feste Größe geworden und immer mehr gefragt – besonders da, wo sonst niemand zuständig ist.

Wir waren zu unterschiedlichen Versammlungen und Diskussionsveranstaltungen eingeladen, um zu informieren oder einfach präsent oder auch vernetzt zu sein.

So informierten wir über OFF

Bei der Frauengemeinschaft der Münsterpfarrei
Bei einer Podiumsdiskussion der Linken Liste

Vernetzt sind wir in erster Linie mit FreiRaum, der Beratungsstelle für Frauen in Wohnungsnot.

Hier finanzieren wir nach wie vor eine Honorarstelle. FreiRaum prüft für uns die Bitten von Frauen, ob sie auch gerechtfertigt sind oder ob eine andere Stelle dafür zuständig ist.

Für ein weiteres Jahr finanzieren wir eine Honorarstelle bei Freya, die Frauen hilft, aus der Prostitution auszusteigen. Durch die Flüchtlingsproblematik hat deren Inanspruchnahme sehr zugenommen.

Wir finanzieren auch weiterhin das Kooperationsprojekt Frauenhorizonte/FreiRaum, das Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren haben, berät.

Wir finanzieren einmal im Jahr eine Notfallkasse

für das Frauen- und Mädchengesundheitszentrum,
für Frauenzimmer,
für Tritta
für Wildwasser
für Frauenhorizonte
für Wendepunkt

Das sind Beratungsstellen, die von Frauen in unterschiedlichen Notlagen aufgesucht werden. Und diese kommen auch immer wieder mit Hilferufe auf uns zu, weil sie wissen, dass OFF schnell und unbürokratisch helfen kann.

Ebenso unterstützen wir Pink, das Projekt zur Unterstützung des Ausstiegs aus der Prostitution

Bei der Aids-Hilfe finanzierten wir das Frauenfrühstück für betroffene Frauen und einen Kurs, in dem Migrantinnen nach Schwangerschaft und Geburt betreut werden.

Das jährliche Grillfest der „Freunde von der Straße“ wird von uns ebenfalls bezuschusst.

Die Freiburger Hilfsgemeinschaft für psychisch kranke Menschen, bekommt monatlich einen Zuschuss für den Mittagstisch. Damit kann der Preis stabil gehalten werden.

Bei der sozialen Straßenzeitung „FreieBürger“ bezuschussen wir monatlich einen Arbeitsplatz für eine Frau.

Wir haben uns auch bei der Durchsetzung des Sozialtickets finanziell engagiert.

Über OFF und seine Boutique LeSac wird informiert in

der Broschüre „Wenn das Geld nicht reicht“ ein Ratgeber für Frauen
(damit die Neuauflage auch im Landkreis verbreitet werden kann, haben wir uns an den Druckkosten beteiligt)

Wir stehen im neuen „Frauen-Handbuch“

in den „Offenen Türen“ - Rat und Hilfen in Freiburg

in der Broschüre der Straßensozialarbeit „Preisgünstig bis kostenlos in Freiburg“

und wir haben eine recht informative Website, die laufend aktualisiert wird, dank unserer Beiratsfrau Caterina Messina

Wir sind Mitglied im „Kuratorium Wohnungslosenhilfe“ und nahmen an allen Sitzungen teil.

Der Flohmarkt im August war – bei strahlendem Wetter - wieder rundum ein Erfolg.

Unsere Modenschau in der Wodanhalle war auch wieder ein Renner. Da man aber Pause machen soll, wenn es am schönsten ist, findet in diesem Jahr keine statt. Das hat aber auch mit dem 20jährigen Bestehen von OFF zu tun, das wir nächstes Jahr groß feiern wollen. Unter Verschiedenes würden wir noch gerne mit Ihnen über das Jubiläum sprechen.

Das Echo auf die Vielfalt unserer Aktivitäten ist, dass wir immer wieder hervorragend aus ganz unterschiedlichen Richtungen unterstützt werden:

Natürlich geht unser Dank an erster Stelle an Sie, die Sie mit Ihrem Hiersein die Belange von OFF unterstützen. Ihnen vielen Dank.

Die Sparkasse Freiburg ermöglichte uns in ihrer Leistungsbilanz 2015 die Arbeit von OFF in einem großen Artikel darzustellen und verschickte die Broschüre auf ihre Kosten über unseren Verteiler an Sie alle. Exemplare liegen noch hier auf.

Der Landesverband Baden der deutschen Unternehmerinnen veranstaltete für uns einen Raritätenmarkt im Feierling Biergarten. Zusammen mit dem zusätzlichen Biererlös kamen da 4.000.-€ in unsere Kasse. Die Vorsitzende ist Frau Feierling-Rombach und sie wird demnächst mit ihren Kolleginnen einen Abend in Boutique LeSac verbringen.

Die Renate- Merkle-Stiftung hat uns wieder mit 3.000.- € unterstützt. Diese werden wir für die Sanierung des Lasten-Aufzugs verwenden. Der Aufzug ist für Boutique LeSac sehr wichtig und die Bäckerinnung – unser Vermieter - muss ca. 40.000.- € investieren, da es keine Ersatzteile mehr gibt. Und wir wollen uns doch in kleinem Rahmen daran beteiligen.

Die katholische Gesamtkirchengemeinde hat uns auch wieder mit Geld aus dem „Opferstock“ bedacht.

Die Ria-Schneider-Stiftung arbeitet seit 2016 mit uns zusammen. Wir können dort jährlich ca. 5.000.-€ abrufen, für ganz konkrete Notlagen von Frauen.

 aber auch die Freiburger Quilt-Frauen haben uns wieder durch einen Weihnachtsmarkt unterstützt

 Nach wie vor unterstützen uns Soroptimist International und Kiwanis-Isis in unterschiedlichen Bereichen.

 Kiwanis kommt auch für die Weihnachtsgeschenke und die Friseurkasse bei FreiRaum auf.

 Mit dem Geld von Soroptimist finanzieren wir den Mittagstisch bei FreiRaum

 Frau Orlova aus Moskau verantaltete in der Kirche St.Andreas zu Gunsten von OFF ein Orgelkonzert.

 Ein Supermarkt in St. Peter stellte ein Kässchen für OFF bei der Leergutstelle auf. Die nicht eingelösten Bons der Kundschaft erbrachten in kurzer Zeit 900.-€

 Ein Lebensmittelgeschäft in Littenweiler hat immer eine Spendenbox für uns neben der Kasse stehen

Immer wieder erleben wir, dass nette Mitmenschen bei privaten Festen auf Geschenke verzichten, und uns dafür Geldspenden zukommen lassen.

Jedenfalls wird uns immer ganz warm ums Herz, wenn wir erleben dürfen, aus wie viel unterschiedlichen Bereichen unsere Arbeit unterstützt wird.

Nach wie vor beantragen wir keinerlei Zuschüsse der öffentlichen Hand. Das gibt uns viel Freiheit und Unabhängigkeit.

Das macht uns auch beliebt – denn in diesem Jahr hat uns Oberbürgermeister Dr. Salomon mit Ehefrau in Boutique LeSac besucht. Wir haben versucht, einen guten Eindruck zu machen – ihm aber auch verdeutlicht, welche Hilfen wir ehrenamtlich in dieser Stadt leisten.

Mehr zu unseren sonstigen Einnahmen und Ausgaben wird unsere Schatzmeisterin, Renate Ott, in ihrem Bericht sagen.

Das andere Echo auf unsere vielfältigen Aktivitäten ist, dass die Bitten um Hilfe deutlich zugenommen haben. Wir sind nach wie vor zum sprichwörtlichen Notnagel geworden und stellen fest, dass die Armut – besonders bei älteren Frauen – zunimmt.

Wir haben zur Zeit 55 zinslose Kleinkredite vergeben, die in kleinen Raten abbezahlt werden. Dabei handelt es sich oft um Mietrückstände, Überschuldungen, Überbrückungszahlungen bis die Ämter reagieren, Brillen – und Zahnarztrechnungen, Kautionen und Provisionen damit eine Wohnung angemietet werden kann, Fahrkarten, damit auch mal das Enkelkind besucht werden kann, kaputte Waschmaschinen, usw.

An Öffnungstagen von Boutique LeSac erleben wir oft deprimierende Situationen, die uns echt zu schaffen machen. Wir sind auch schon mit Frauen spontan zu Norma gegangen, damit sie sich den Einkaufskorb füllen können, weil sie nichts mehr zu essen haben und wir bezahlen dann stillschweigend.

Auch unser Name: „Obdach Für Frauen“ weckt Hoffnungen, die wir so nicht erfüllen können – Frau Armbruster und ich bekommen fast täglich – auf unseren privaten Telefonanschlüssen flehentliche Anrufe, ob wir nicht eine Unterkunft hätten.

Unsere Aktivitäten in Sachen „Wohnraumbeschaffung“ sind vielfältig, aber nach wie vor deprimierend und fast erfolglos.

Wir sind dabei aus allen unseren Info-Materialien den Passus: “Wir helfen bei der Wohnungssuche“ zu streichen, damit wir keine falschen Hoffnungen wecken.

Freiburg hat ganz großen Nachholbedarf, was preiswerten Wohnraum angeht.
Dass sich die Lage durch die Flüchtlingsproblematik noch zuspitzt muss gar nicht erwähnt werden.

In aller Form möchte ich auch wieder unseren „Kissennäherinnen“ danken – das sind Auftragsarbeiten für eine Stuhlfirma. Das ganze Team erwirtschaftet uns mit der Kissenproduktion fast die jährliche Kellermiete. Das ist eine große Hilfe für uns.

Wir sind sehr froh, einen Beirat zu haben. Alle Namen stehen auf der Rückseite der Beitrittserklärung.

Wir haben uns mit den Beiratsfrauen im zurückliegenden Jahr zweimal getroffen, und diese Sitzungen haben uns das Gefühl vermittelt, dass wir in schwierigen Situationen nicht alleine da stehen, dass wir auch neue Ideen und Anregungen bekommen.
Das tut uns gut.

Ich danke meinen Vorstandskolleginnen ganz herzlich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit – nach wie vor arbeiten wir nach dem Prinzip - jede macht das was sie gut kann, und das klappt noch immer sehr gut.

Etwas will ich doch noch erwähnen:

Wir haben im zurückliegenden Jahr über einen gewissen Zeitraum unsere Stunden aufgeschrieben, die wir für OFF aufwenden. Da kamen Frau Armbruster und ich auf ca. 70 Stunden monatlich und Frau Ott und Frau Zipfel, die ja noch ganztags berufstätig sind, kamen auf ca. 20-30 Stunden.

Ich konnte Ihnen mit diesem Bericht hoffentlich vermitteln, dass wir ein aktives Team sind,
Weltmeisterinnen im sogenannten „Klinkenputzen“ um an Spenden zu kommen und versuchen, den satzungsgemäßen Auftrag von OFF mit Fantasie und Energie zu erfüllen.

Wir danken auch dem Förderverein Essenstreff für die erneute Gastfreundschaft.

Renate Lepach